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Der Grinkenschmied vom Rösteberg

Eine alte heidnische Sage – Original in Plattdeutsch und eine Übersetzung ins Hochdeutsche.

Plattdeutsch

Dat was den Riesen Grienkenschmied,
de lennde de Buern sein Braodensplitt.
Se mossen em daoför mitgieven,
so was sat Bruk, he wull auk gued liäwen.
Eenmoal schmeet Jans em den Spitt vör de Döer
un jog dann, wat häste, wat kannste, derdör
un raip em nao to:
„Dao häss de dien Spitt,
den Braoden den kriss du nicht, Grienkenschmied.“
Dao laip achter Jans de Riese hiär,
un ähr de wass (bi Schult Dahl) an de Piärdstalldöer,
dao reet de Ries met Glanige Wut,
den Braoden den Ächterbatzen ut`n Liewe herut.
So kamm Grienkenschmied doch an sein Broaden
De Buer was dat wahne twiärs geraoden.
We kniepig is, de krig mehrsttied Järger,
seggt vandage de Aollenbiärger.
 

Hochdeutsch

Der Grinkenschmied vom Rösteberg
Lieh einst dem Bauern Schulze Dahl
Den Bratenspieß zum Hochzeitsmahl.
Der Bauer voller Geiz und List,
Gönnt ihm den Braten nicht als Lohn,
So wie es Brauch seit jeher schon.
Er schickt den Knecht auf bestem Pferd:
„Hier häs den Broadenspitt wier trügg,
Män Dienen Broaden kriggst du nicht!“
Der Spieß flog vor des Riesen Tür;
und flugs, im gleichen Augenblick,
jagen Pferd und Knecht zurück.
Der Riese brüllt, er holt weit aus
und reißt dem Gaul - Hu! Hu! O Graus
den ganzen Hinterschenkel aus!
So holte er sich seinen Lohn
Und hat damit zugleich verbannt
Den Geiz aus dem Münsterland.